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Geburtsplan

Aktualisiert: Juli 20

Kann ich mein #Geburtsplan kurz fassen und dabei alles berücksichtigen?

Welche Grundbotschaft möchte ich damit senden?

Wie lade ich die Hebammen und das Klinikteam dazu ein mit in meinen Zielen und Wünsche zu unterstützen?


Geburtspläne sind für eine positive Geburtserfahrung unerlässlich. Ein Geburtsplan, manchmal auch als Geburtspreferenzen bezeichnet, ist eine Blaupause dafür, welche Entscheidungen Du und Deine Partner für die Ankunft Eures Kindes getroffen haben. Es hilft auch Eurem #Geburtshelfern, Dich/Euch während der Wehen und Geburtsarbeit bestmöglich zu unterstützen. Aber wo soll ich überhaupt anfangen?

Ich möchte die Aufgabe so einfach und stressfrei wie möglich gestalten - und das nicht nur für die Eltern, die ich als #Doula begleiten darf. Deshalb habe ich eine Übersicht erstellt, der ihr folgen könnt. einige #Geburtsplanvorlagen habe ich für Euch auch parat.


Bevor Du mit dem Schreiben anfängst, empfehle ich immer für sich diese Grundfragen zu beantworten:

  • Wann fühle ich mich geborgen?

  • Was ist für mich in den wichtigsten Situationen am wichtigsten?

  • Wie viel davon ist für meine Begleiter und das Klinikpersonal wichtig?

Zunächst empfehle ich, eine Liste zu erstellen. Alles, was Dir einfällt. Alles, was Dir wichtig erscheint. Gibt es für manche der Punkte einen gemeinsamen Nenner? Ist es mir möglich, diese Punkte positiv zu formulieren?


Um einen Geburtsplan zu schreiben, hilft es sehr zu wissen, welche Role man selbst übernehmen möchte.


Dazu gibt es zwei wesentliche Ansätze, die beide legitim sind:

  • Der eigenständige Ansatz - Ich möchte aktiv an der Geburt teilnehmen, indem ich nicht-medizinische Maßnahmen für Wohlbefinden und Geburtsfortschritt einsetze und an Entscheidungen über Verfahren und andere Pflegeoptionen teilnehme.

  • Der pflegerabhängige Ansatz - Ich möchte, dass diejenigen, die sich um mich kümmern, entscheiden, wie sie mit meiner Arbeit umgehen und Schmerzen lindern sollen.

Auch hier gibt es nicht nur entweder - oder, auch eine Überschneidung von den beiden Ansätzen ist möglich. Je nach dem, wo Du/Ihr verankert bist/seid, ist es wichtig Eure Optionen (Wissen) und Eure Präferenzen (was mag ich davon) zu identifizieren.


Welche Formulierungen und Sätze empfehle ich vom ganzen Herzen?


Oft entscheiden kleine Details darüber, wie wir wahrgenommen werden und andere wahrnehmen. Darum ist es essentiell sich die Form zu überlegen, mit der Du an das Klinikpersonal - die Hebammen und Ärzte - zugehen möchtest. Man könnte es auch "die persönliche Note" bezeichnen, aber es geht darüber hinaus. Es ist vielmehr die Einladung an an alle, die bei der Geburt anwesend sind, Dich und Deine Geburtspartner zu unterstützen und Deine Wünsche gemeinsam zu verfolgen.


Wie könnte so eine Einladung aussehen?

  • Ich möchte aktiv an der Geburt teilnehmen. Ich bin jede Zeit an Ihren Einschätzungen und Empfehlungen interessiert. Sie helfen mir zu verstehen, wie sie über den Geburtsverlauf denken und warum Sie mir welche Vorschläge machen.

  • Mir ist sehr wichtig, mit Ihnen zusammen zu arbeiten und mit meinen Geburtspartner gemeinsam einen Dream-Team zu bilden. Eine harmonische Atmosphäre stärkt mich sehr und gibt mir Zuversicht.

  • Helfen Sie mir bitte mit meinen Ängsten umzugehen. Meine bewehrten Strategien sind ....

  • Ich wünsche mir - wenn möglich und soweit es geht - eine natürliche Geburt.

  • Mir ist leider nicht möglich, sich im Liegen untersuchen zu lassen. Dafür ist es mir in der Seitenlage oder im Sitzen möglich. Butte Hefen Sie mir, mit dieser für mich schwierigen Situation umzugehen.

  • Am wichtigsten ist mir Vertrauen. Ich möchte mit Ihnen gemeinsam eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, von der wir alle profitieren.

  • Ich vertrage schlecht manche Narkotika, da ich Angst vor Kontrollverlust und Nebenwirkungen habe.

  • Ich strebe eine möglichst natürliche und interventionsfreie Geburt an und wünsche mir vorrangig Unterstützungen, die diesen Weg begünstigen.


Meine persönliche Empfehlung:

"Formuliere nur das wichtigste und bitte um liebevolle Unterstützung. Bereitet Dir etwas Probleme wie z.B. Krankenhausgeruch oder Blutentnahme, erwähne es gleich vorne und bitte um Hilfe und Umsicht, solltest Du mehr Zeit und Zusprache brauchen. Das bewirkt wahre Wunder und die Hebammen und Ärzte gehen gerne auf Dich ein, anders als bei DOS and DON`TS, die oft weniger einladend verstanden werden."

Welche Form bekommt Dein Geburtsplan?


Die Form, die Dein Plan oder Deine Präferenzen annehmen, zeigt sich im Process. Möglicherweise bist Du Dir schon über die Form bewusst, bevor Du mit dem Schreiben loslegst.


Meine persönliche Empfehlung ist:

" Je kürzer und persönlicher, desto besser!"

Das bedeutet nicht, dass etwas ganz wichtiges fehlen muss. Im Gegenteil.

Es lässt aber oft ein gemeinsamer Nenner für manche Themen finden. Ein kleines Beispiel?

Anstatt von:

  • keine Einleitung

  • kein Antibiose

  • kein Schmerzmittel

  • keine Saugglocke

  • kein Dammschnitt

  • kein CTG

  • keine Vaginaluntersuchungen

eher zu:

  • Ich möchte aktiv an der Geburt teilnehmen. Ich bin jede Zeit an Ihren Einschätzungen und Empfehlungen interessiert. Sie helfen mir zu verstehen, wie sie über den Geburtsverlauf denken und warum Sie mir welche Vorschläge machen.

  • oder ähnliches ...

Vor allem für die Hebamme ist es deutlich leichter aus den positiven Formulierungen Deine Intention und Gründe zu verstehen und darauf einzugehen. Eine Auflistung von bitte kein XY stellt aus ihrer Sicht ein Anspruch dar, dem sie im Vorfeld nicht gerecht werden können. Denn - niemand kann im Vorfeld wissen, welche Unterstützung oder Intervention der Geburtsprozess im Vorfeld brauchen könnte. Aber es macht definitiv Sinn zu kommunizieren, dass man eine "möglichst natürliche und interventionsfreie Geburt" anstrebt und sich vorrangig dieses begünstigende Unterstützungen wünscht.


Welche Alternativen gibt es zu einem klassischen Geburtsplan?


Visual Icons

Erstelle Dir mit diesen maßgeschneiderten Symbolen einen klaren und schönen Plan. Es gibt Symbole für eine Vielzahl von Geburts- und Wochenbettoptionen, die alle ohne Urteilsvermögen erstellt wurden. Einen visuellen Plan kann man sich bei verschiedenen Anbietern erstellen lassen oder selbst die Hand anlegen.

visualbirthplan.eu

















Mit diesen 100 Symbolen, einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen der Bestsellerautorin und Gründerin der Positive Birth Movement, Milli Hill, und der preisgekrönten Künstlerin Kate Evans, kannst Du einen wunderschönen visuellen Geburtsplan erstellen, der für alle Beteiligten klar lesbar ist und verstehen. Du kannst auch Pläne für verschiedene Szenarien erstellen: nicht nur "Plan A", sondern auch B und C!

Der Download-Link findest Du am Ende des Artikels.



Tabellarischer Geburtsplan

Ein tabellarischer Geburtsplan ist gute Lösung, wenn Du es bevorzugst, Dich durch Stichpunkte zu kommunizieren und dafür auf ganze Sätze verzichtest. Natürlich kannst Du auch einen ausformulierten Plan mit dem tabellarischen kombinieren und beide vorlegen. Dann kann das Klinikpersonal entscheiden, welchen sie lesen.

























Ich werde Dir/Euch hier immer wieder Templates zur Verfügung stellen. Wenn Du dazu Fragen hast oder Hilfe braucht, kannst Dich jeder Zeit an mich wenden. Wenn Du eine Doula hast, ist sie der beste Ansprechpartner und unterstützt Dich bei der Erstellung und evtl. auch bei dem Prozess der Bewusstwerdung.


Es gibt immer wieder Stimmen, die sagen - ein "Geburtsplan ist überflüssig" oder "es liest eh keiner". Manchmal stimmt es tatsächlich. Ich habe auch schon Pläne in der Hand gehalten, die über mehrere Seiten gingen und kein Ende zu haben schienen. Davon fühlen sich Hebammen oft erschlagen. Mir ging es ähnlich.


Ich erlebe immer wieder, dass die Pläne beim Ankommen in die Klinik von der Hebammen mit der Frau gemeinsam gelesen und besprochen werden. Und gerade da sie in Verruf geraten sind, bedarf es aus meiner Sicht "die Einladung" dazu - in Kürze und Freundlichkeit.


Hast Du vlt. etwas vergessen? Hast Du schon einen Plan für Dein #Wochenbett? Also einen #Wochenbettplan?


Richtig, die meisten Frauen schreiben ihn nicht, er wird auch kaum erwähnt. Brauche ich ihn überhaupt? Ich sage JA! Keiner weiß im Vorfeld, wie das Wochenbett sein wird. Das kann es noch schwieriger machen, einen Plan zu entwickeln. Aber es lohnt sich, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten und zu wissen, auf welche Unterstützung und von wen man zählen kann.


Viel Spass beim Erstellen von Deinem/Eurem Geburtsplan oder den Geburtspräferenzen.

Eine wunderschöne Schwangerschaft und alles Gute für die bevorstehende Geburt.

Von Herzen Zuzana


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© 2018  Zuzana Laubmann.