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MUTTER-KIND BAD NACH DER GEBURT

Aktualisiert: 22. Mai 2023

Während der Geburt sind Mutter und Kind in einer Verbindung zueinander. Beide haben einen eigenen aktiven Beitrag zu dem Prozess und orientieren sich an einander. Aus verschiedensten Gründen kann es unter der Geburt zu Situationen kommen, die den Prozess entweder teilweise oder ganz unterbrechen. Die moderne Medizin verfügt über Beihilfen, die für lebenswichtige Sicherheit sorgen. Mutter und Kind können manchmal in diesen Unterbrechungen stecken bleiben, der Prozess kommt nicht zum Abschluss und die (Ver)Bindung kann dadurch geschwächt werden.

Das Mutter-Kind Bad ist eine einfache Übung, die jedem zugänglich ist. Hebammen Sonia Rochel und Brigitte Meissner haben das Bondingsbad entwickelt und bekannt gemacht. Die Eltern können das Bad gerne selbst zubereiten oder in Begleitung von ihrer Hebamme oder Doula, die eine neutrale und unbefangene Sichtweise mitbringen und auf potentielle Muster aufmerksam machen können. Das Bad kann aber auch im Therapeutischen Setting stattfinden. Dies ist bei schwierigen Geburtserlebnissen oder frühen Trennungen ratsam, da der Prozess nicht selten den Rahmen einer Beratung übersteigt und fachliche Begleitung bedarf.



WANN KANN DAS MUTTER-KIND BAD UNTERSTÜTZEN?


  • Bei einer schweren, anstrengenden oder enttäuschenden Geburt

  • Wenn die Bindung zueinander spürbar weniger ist oder teilweise ausbleibt.

  • Wenn das Baby häufiger weint.

  • Nach Kaiserschnittgeburt oder Saugglocken/Zangen Geburt.

Das Babybad ist für jeden eine gute Unterstützung, wenn der Anfang schwierig oder belastend war, wenn die Mama oder beide Eltern das Gefühl habe, es ist etwas "wichtiges" bei oder kurz nach der Geburt ausgeblieben und wünschen sich ein neues Ankommen mit dem Baby daheim, ganz in Eigenregie. Bei dem Bad können Belastungen von Babys (durch schwierige Geburtserlebnisse oder frühe Trennungen) aufgefangen werden. Auch die Frau kann dabei eine aktive Rolle annehmen und empfindet es oft ebenso tröstlich.


VERLAUF VOM BINDUNGSBAD

Jedes Mutter-Kind Bad ist individuell und unterschiedlich. Bei jedem Bad stehen andere Aspekte und Dynamiken im Vordergrund. Diese Beobachtung bestätigt mich immer mehr darin, in was für intensiven Beziehung Mutter und Kind bereits während der Geburt und auch in den ersten Wochen und Monaten danach sind.

Manchmal ist beim Bad mit aufkommen von Gefühlen und Reaktionen zu rechnen, die eine achtsame und wertschätzende Begleitung benötigen, ebenso wie ein gutes Containment seitens der Begleitung. Es ist wichtig für einen geschützten Rahmen zu sorgen, um die Muster, die sich durch eine nicht bewältigte Situation eingespielt haben, erkennen und durch Bindung und etwas Kreativität zum Abschluss bringen zu können.

In manchen Fällen kann es durch das Baby Bad zu Wiederholung von Situationen kommen, für die durch das Mutter-Kind-Bad eher eine Neuverhandlung von Bedeutung wäre. Z.B. wenn die Frau, die nach der Geburt (meist Kaiserschnitt) ihr Kind nicht halten oder bei sich haben konnte, bei dem Baby-Bad zusieht und ihr Kind dann von einer anderen Person gebadet auf die Brust gelegt bekommt. So war sie zum zweiten Mal nicht dabei. Die Erfahrung wurde reproduziert. So erfahren die Frauen das Baby-Bad meist als nicht befriedigend.


Wenn es bei dem Bad gelingt, der Bindung zwischen Mutter und dem Kind Platz zu machen und beide durch das, was sich zeigen mag, zu begleiten, ist es besonders wertvoll. Das Kind kann sich co-regulieren und an seiner Mutter orientieren. Für die Mama ist es manchmal von Bedeutung zu verstehen, wie ihr Kind unter der Geburt empfand und wie sie ihn dabei in dieser neuen Situation unterstützen kann. Das Gesehene kann dadurch neu verhandelt werden und das Ereignis für beide Beteiligten heilen.


Was berichten meine Klientinnen nach dem Mutter-Kind-Bad?


“Ich hatte mit meinem ersten Kind einen traumatischen Kaiserschnitt. Unsere Bindung war gebrochen. Nach der Geburt meines zweiten Kindes stellte ich fest, dass weder ich noch mein erstes Kind das Trauma verarbeitet hatten. Ich beschuldigte mich, wieder einen Kaiserschnitt bekommen zu haben. Trotz der therapeutischen Aufarbeitung fehlte mir immer noch ein versöhnlicher Abschluss mit mir und meinem Kind, um die Vergangenheit endlich mit einem guten Gefühl loszulassen.

Und hier kam das Bonding-Bad ins Spiel. Ich war ein wenig skeptisch, aber es war das Beste, was mir passieren konnte. Es war genau das, was wir brauchten und was so lange gefehlt hat. Es war sehr emotional und doch so einfach.“ M., Mama


“Mein Kleiner weinte Tage und Nächte durch, hatte eine enorme Körperspannung und überstreckte sich. Zuzana half mir durch das Heilbad zu verstehen, dass wir beide emotional immer noch in der Geburtsphase hingen, die zäh war. Als wir mit dem Bad begangen, stieß er sich vom Boden immer wieder hoch, so wie die letzten Tage. Ich drückte ihn dabei sanft zurück ins Wasser. Sie ermutigte mich wahrzunehmen, dass wir beide die Geburt reinszenierten. Danach schaute mich mein Kleiner an wie seit Ewigkeit nicht mehr. Es war ein riesiger Geschenk. Seit dem Bad schlafen wir beide um einiges besser und auch seine Körperspannung baute sich ab.“ Daniela, Mama


„Ein halbes Jahr nach der Geburt meines Sohnes konnte ich immer noch nicht darüber hinwegkommen. Ich gab mir die Schuld und hatte das Gefühl, dass ich nicht zu 100% für meinen Sohn da sein kann. Als Zuzana mir das Bonding-Bad empfahl, war ich sehr offen. Ich habe bereits davon gehört, aber mir fehlte der letzte Schubs. So bereitete ich ein wundervolles Babybad für uns beide zu. Es fühlt sich an, als würde innen alles aufgeräumt werden. Es war eine intensive Erfahrung! Ich konnte diesen Knoten lösen, der mich seit Monaten gefangen hatte.“ L., Mama


”Ich wurde auch im Nachhinein dabei unterstützt, die frühe Geburt und die damit verbundenen Schwierigkeiten besser zu verarbeiten. Zuzana bereitete für uns ein Kräuter- und Heilbad zu. Es war eine schöne Erfahrung, welche mir half, meine Tochter und mich noch enger zusammen zu bringen!“ Patricia, Mama



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